Digitalisierung im Lebensmitteleinzelhandel

Der Supermarkt der Zukunft

Unser heutiges Kaufverhalten hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. Der Einkauf wird immer mehr zur Nebensache, der Wocheneinkauf, wie er früher üblich war, wird nicht mehr im Voraus geplant. Im Laufe des Tages gibt es unterschiedliche Kaufakte, bei denen nur wenige Artikel gekauft werden.

Der Lebensmitteleinzelhändler tegut… aus dem hessischen Fulda hat sich aufgrund dieses Wandels die Frage gestellt: Wie kann der Kunde spontan und verlässlich bekommen, was er braucht, ohne dass er große Vorratshaltung betreiben muss, so entstand die Idee für das Shop-Konzept. „Die Innovation ist das Konzept in seiner Gesamtheit. Das heißt, wirklich auch auf der Kleinstfläche die essenziellen Artikel anzubieten - und das ohne einen dauerhaften Mitarbeiterbedarf vor Ort. Die Kunden können sehr autonom die Box zu unterschiedlichen Tages- und Wochenzeiten nutzen“, so Sören Gatzweiler, Projektleiter bei tegut…

Das Prinzip ist ganz einfach:
Im Shop kann der Kunde seine Produkte direkt mit dem Mobilgerät scannen und zu seinem digitalen Einkaufskorb hinzufügen. Am Ende bezahlt er alle ausgewählten Produkte entweder direkt in der App, oder er kann wahlweise am Self-Checkout seine Produkte scannen und anschließend bezahlen. Nach einem einfachen und schnellen Einkauf, kann der Kunde glücklich und zufrieden seinen gewohnten Tätigkeiten nachgehen. Durch den Einsatz der Technologie wird es dem Kunden ermöglicht, schneller, einfacher und unabhängig von der Tageszeit einzukaufen.

Das Projekt hat den Zweck, den Lebensmitteleinzelhandel mit Hilfe der Digitalisierung zu verbessern und sich dem neuen Kaufverhalten in Zukunft bestmöglich anzupassen. Die Technik dahinter, wie die Zutrittskontrolle, Videoüberwachung oder auch die  Fernwartung, wird von der Firma Wanzl geliefert. Hierzu zählen der auf QR-Code basierter Check-In sowie in die Decke eingebaute Sensoren, welche das Kaufverhalten des Kunden analysieren. Die Kassensysteme führen den Bestand, um zu kontrollieren welche Artikel nachbestellt werden müssen, was die meistgekauften Artikel sind und welche Produkte nachfragebedingt ausgetauscht werden können. Lediglich zum Befüllen und Umorganisieren der Regale müssen Fachkräfte in den Markt kommen. Adäquat zur jeweiligen Ziel- und Warengruppe passen die Ladenbau-Designer von Wanzl das Look & Feel der Mobile Stores an. Mit dem richtigen Gespür für Farbinszenierung, Dekoration und Materialien wird die gewünschte Klientel angesprochen.

Die Gebäudehülle an sich, wurde mittels der Modulbauweise von addhome, einem Produkt der KRAMER GmbH, realisiert. Die Module von addhome zeichnen sich durch ihre besondere Flexibilität und Mobilität aus, da sie jederzeit an- und wieder abtransportiert oder an einem anderen Ort aufgestellt werden können. Sollte sich nach einiger Zeit herausstellen, dass durch einen Strukturwandel der Standort doch nicht mehr optimal ist, so ist der Kunde mit addhome flexibel – der Shop wird einfach an einer anderen Stelle neu aufgestellt. Das einzige was benötigt wird ist ein Grundstück mit Baugenehmigung.

Ein hoher Vorfertigungsgrad spart Zeit und somit Kosten, monatelanger Baustellenlärm und Schmutz bleiben aus. Diese Bauweise schont die Umwelt und minimiert Betriebskosten. addhome-Module sind die Raumlösung, die für jedes Raumbedürfnis angewendet werden kann und auf begrenztem Raum höchste Flächenwirtschaftlichkeit erzielt, was in der Form kein anderer Anbieter liefern kann. Die Module können in Größe, Ausstattung und Design individuell an die Kundenwünsche angepasst werden. In nur wenigen Wochen erfolgt die Fertigung in den KRAMER-Produktionshallen in Umkirch. Danach können die Module innerhalb weniger Tage an ihren Zielort transportiert, per Kran aufgestellt und steckerfertig übergeben werden – schnell und unkompliziert. 

Die Verbindung aus digitaler Kompetenz und des flexiblen Modulbausystems der Partner Wanzl und KRAMER machen den Supermarkt der Zukunft zu einem Erfolgsgaranten für den Lebensmitteleinzelhandel, so sieht es auch Sören Gatzweiler: „Die Zusammenarbeit mit Wanzl und Kramer war sehr professionell - ich kann unseren Partnern ein großes Lob aussprechen. Wir freuen uns über das gute Ergebnis und sind gespannt auf den Testlauf.“

Der Prototyp wurde am 01.04.2020 auf dem Firmengelände von tegut… in Fulda aufgestellt und dient nun als Test-Objekt. Auf ca. 40 m² Verkaufsfläche werden 777 Artikel angeboten – von frischen Lebensmitteln, über Trockenware bis hin zu Tiefkühlkost und Drogerieartikeln finden die Kunden alles, was für den täglichen Bedarf benötigt wird. Die aus der Testphase gewonnen Erkenntnisse werden genutzt, um mögliche Schwächen des Konzepts zu verbessern, um dann mit einem ausgefeilten, gut funktionierenden Konzept in die Multiplikation gehen zu können. „Wir möchten dieses Modul nicht nur als Prototypen hier stehen haben, sondern wir möchten noch viele weitere dieser Shops ins Leben rufen“, so Thomas Gutberlet, Geschäftsführer von tegut… 

 

Mehr Informationen zum Shopsystem  von Wanzl:
https://www.wanzl.com/de_DE/wcw/Mobile-Store

Mehr Informationen zu tegut:
www.tegut.com